Welt im Wahn

Ich riskiere einiges, indem ich nun schon wieder über diese Seuche mit dem klangvollen Namen schreibe. Ich schlafe miserabel. Mein Herz holpert und stolpert. Ich muss ernstlich fürchten, bald zu den Kollateralopfern zu gehören, die nicht am Corona-Virus, sondern an den funktionalen Störungen zugrunde gehen, die die monatelangen Verzweiflungs- und Ohnmachtserlebnisse an ihren vegetativen Nervensystemen evoziert haben. Noch brenzliger aber ist, dass meine Frau allmählich die Krise kriegt. Sie herrscht mich an in einem Tone, der nichts von ihrer langen erziehungswissenschaftlichen Berufspraxis verrät, dass ich endlich aufhören soll, mich mit diesem verfluchten Mist zu befassen! Dass ich im Grunde eh immer das Gleiche sage, und dass ich wirklich Wichtigeres zu tun habe, als meine schmalen Kräfte in diesem aussichtslosen Kampf zu verbrauchen, nämlich zum Beispiel endlich einige meiner halbfertigen Romane zu Ende zu schreiben! Ich Corona-Junkie, ich!

Da hat sie gewiss recht. Aber man kann sich nun mal nicht immer aussuchen, was gerade in einem nach Ausdruck verlangt. Wenn man um vier Uhr morgens mit einer Gedankenskizze im Kopf aufwacht und der Weltgeist oder der innere Drückerfisch – das konträr-metaphorische Pendant zum wesentlich bekannteren inneren Schweinehund – im Befehlston zur Ausmalung ruft, dann hat man dem Folge zu leisten, auch wenn der Haussegen in Schieflage gerät und der Herzinfarkt droht.

Das klingt nun, als käme im Folgenden irgendeine größere Offenbarung, eine neuartige Erkenntnis von feierlicher Relevanz. Dem ist leider nicht so. Es kommt wohl, wie meine Frau schon andeutete, ungefähr das Gleiche wie immer, nur vielleicht in etwas hellerer und schrägerer Beleuchtung.

Eine wichtige neue Lichtquelle in dieser Ansichtssache ist der Beitrag von Professor Andreas Michalsen in der erweiterten Neuausgabe seines Buches „Heilen mit der Kraft der Natur“. Ich bin bekennender Fan dieses überaus sympathischen naturheilkundlichen Arztes und Forschers, und wenn ich was zu sagen hätte, wäre er ab morgen Gesundheitsminister (am besten vielleicht im Team mit Dr. Gunter Frank, dem unermüdlichen Aufklärer und Hausarzt der undankbarsten aller Patientinnen: der deutschen Öffentlichkeit).
Michalsen weist auf zwei Aspekte hin, die in der Debatte regelmäßig zu kurz kommen (in der mainstreammedialen, das heißt: der kaum stattfindenden Debatte ohnehin, aber auch in den substanzielleren Beiträgen der Corona-Realisten): Das Mensch-Tier-Verhältnis und die Rolle der Immunkräfte.

 

Menschen, Tiere, Viren

Dass das Verhältnis des Menschen zu den Tieren ein vorwiegend verbrecherisches ist, war wohl jedem, der ein Herz (und ein paar Bücher über Tierethik) hat, längst klar. Unklar aber war mir persönlich der Zusammenhang von Massentierhaltung, Tierhandel, Naturraumvernichtung, Tierausbeutung und der Ausbreitung von Viren. Man hat wohl im Frühjahr schon mitbekommen, dass der Siegeszug von SARS-CoV-2 irgendwie vom Wildtiermarkt im chinesischen Wuhan seinen Anfang nahm, aber dass im Grunde die allermeisten der heute verbreiteten Infektionskrankheiten als Zoonosen gelten können, dass die Erreger von Tuberkulose (Ziegen, Rinder), Masern (Schafe, Ziegen), Pocken (Kamele), Keuchhusten (Schweine), Typhus (Hühner), Influenza (Schweine, Enten), SARS, MERS, Ebola, AIDS irgendwann in letzter Zeit von Tieren auf den Menschen übergegangen sind, ist ein Aspekt, der das ganze Thema der Epi- und Pandemien viel grundsätzlicher zu durchdenken mahnt – zumal SARS-CoV-2 ganz sicher nicht das letzte übergriffige Virus sein wird. 

Vor allem erweitert der Befund die gängigen Einwände gegen die Massentierhaltung – die exzessivste Perversion, die die Welt je gesehen hat – um die direkt erfahrbaren Einschnitte in die eigene Lebensqualität. Denn alle, ob Corona-Besessene oder Corona-Ignoranten, haben nun bald ein Jahr des Horrors durchzustehen gehabt; die einen hatten Angst vor Krankheit und Tod, die andern hatten Wut über Willkür und Wirklichkeitsverzerrung. (Nur für hartgesottene Hommes des Lettres wie Richard David Precht bedeutet so ein Lockdown eine Aneinanderreihung von Sonntagen und einen Himmel ohne Flugzeuge.)

Die entscheidende Einsicht für alle lautet jedenfalls: „Corona“ ist keine Naturkatastrophe, sondern eine direkte Folge menschengemachter Missstände.

Dass die milliardenfache Massentierhaltung ein ethischer Skandal ist, eine Mitleidlosigkeit, vor der die Sprache versagt, weiß jeder, aber es hält die Wenigsten vom Konsum der solcherart produzierten Konsumgüter ab.
Dass man von dem ganzen Zeug aufs Leben gerechnet schneller stirbt, dass Hormon- und Antibiotika-Fleisch, dass eitriges Kuhdrüsensekret (vulgo Milch) und verkeimte KZ-Eier nicht zur Gesundheit eines menschlichen Organismus beitragen, weiß eigentlich auch jeder, aber es hält die Wenigsten vom täglichen Konsum solcher Widerlichkeiten ab.
Abhalten könnte manchen aber nun vielleicht das neue Wissen darum, dass der Griff ins Tierleichenkühlregal relativ direkt dazu führt, dass man diese gottverdammte Maske tragen muss, dass man schon wieder in einem gottverdammten Lockdown steckt, und dass das gottverdammte Leben einfach nur noch scheiße ist, wenn es von der weltweiten Vermeidung von Ansteckungen bestimmt ist. Selbst wer – wie ich – den ganzen Masken- und Lockdown-Mumpitz für grotesk irrational hält, muss sich darauf einstellen, dass all das in Zukunft die Regel sein wird, wenn wieder irgendein Virus in die Schlagzeilen gerät und die Mehrheit der Politiker und Medienleute es für geboten hält, ihre Inkompetenzen in idiotischen Maßnahmen und fortwährender Volksverdummung zur Anwendung zu bringen.

Kurz gesagt: Wer im Aldi keine Maske tragen will, der sollte im Aldi kein Fleisch kaufen, sondern Äpfel, Nüsse und Salat. Wer sein Steakhaus nicht alle paar Wochen dichtmachen will, der sollte statt Steaks Falafel und gegrilltes Gemüse auf die Karte setzen. Wer seine Kinder vormittags in der Schule haben will statt zu Hause vor der Playstation, der sollte ihnen statt Milch und Schinkenbrot lieber Paprika, Tofunuggets und Haferdrink in den Scout-Tornister packen (oder was immer die Kids sich heute auf den Rücken schnallen).

Wenn die Krise ein Umdenken in diese Richtung befördern würde (maximaler Konjunktivus irrealis!), würde ich vielleicht sogar die ganzen Ungeheuerlichkeiten des zurückliegenden Jahres im Nachhinein begrüßen.

Es gibt kein Recht, gezeugt zu werden

Der Mahnruf gegen die Massentierhaltung muss sich logischerweise ebenso gegen eine hemmungslos expandierende Massenmenschheit richten, die in Kürze auf acht Milliarden Exemplare angewachsen sein wird, um sich dann bis zum Ende des Jahrhunderts auf mutmaßlich zwölf Milliarden hochzuvögeln.

Wir können auf unserem Kontinent der Seligen so grün und achtsam leben wie wir wollen – selbst wenn Robert Habeck Kaiser von Europa wird, werden die global anwachsenden Massen sich um uns herum verdichten, sich in Megacities auftürmen, sie werden migrieren und die Welt bereisen, sie werden immer mehr Fleisch konsumieren wollen, und für lebenslustige Viren aller Art sind diese dampfenden, dicht gedrängten Menschen- und Tierkörper die angenehmsten Habitate, in denen sich herrlich hausen und mutieren lässt.

Die Konsequenz (die Michalsen leider nicht explizit zieht) ist sehr einfach einzusehen, wenn auch nicht so einfach umzusetzen: Die Zahl der Menschen auf diesem Planeten muss drastisch reduziert werden. Da man aber Leute, die schon leben, weder töten will noch sterben lassen will, besteht wohl nur eine Möglichkeit, nämlich: Männlein und Weiblein, die dem Wunsch der Gene willfahrend miteinander die schönste Schlüpfrigkeit der Welt praktizieren, weniger Nachwuchs bekommen zu lassen. Heißt: Geburtenkontrolle. Noch besser: Zeugungskontrolle.

Es gehört für mich zu den großen Rätseln der jüngeren Geschichte, dass zu diesem Thema nicht jeden Tag drei Brennpunkte, Krisengipfel und Extra-Talkshows abgehalten werden. Ich höre so gut wie nichts darüber, und das, obwohl eine vernünftige Selbstlimitierung unserer Spezies sehr viele Menschheitsprobleme weitgehend verschwinden lassen könnte: Klimawandel, Naturzerstörung, Flächenversiegelung, industrielle Tierausbeutung, Extremurbanisierung, Verkehr, Müll, Massenmigration, Kriege (man beachte die Forschungen von Gunnar Heinsohn zum Verhältnis von Geburtenraten und gewaltsamen Konflikten, Stichwort: Kriegsindex).

Ich vermute, diese Nicht-Thematisierung hat irgendwie mit der herbeiphantasierten Angst zu tun, man könnte Menschen diskriminieren. Wo es „Kritische Weißseinsforschung“ gibt, gibt es bestimmt auch die „Diskriminierung zukünftiger Generationen“, die ein pseudolinker Zeitgeist jetzt schon als Opfergruppen betrachtet und respektiert wissen will. („Pseudo“, weil solches Denken eben nicht links ist, sondern einfach nur wahnhaft.)

Es gibt kein Recht potenzieller, zukünftiger Menschen, gezeugt zu werden. Gäbe es statt acht Milliarden Menschen nur zwei Milliarden, oder statt zwölf Milliarden nur eine Milliarde, wäre das für alle, die dann real da sind, ein Segen. Für Menschen und Tiere.

Vorschlag: Wo wir gerade erleben, wie leicht sich Bürgerrechte und Freiheiten einschränken lassen, könnte man doch mal locker drüber nachdenken, wie man das Gewohnheitsrecht auf ungezügelte Vermehrung und ungezügelten Konsum so anpasst, dass in achtzig oder hundert Jahren ein paar Milliarden Homines Sapientes weniger hier herumexistieren, die ihren Artgenossen und ihren Mitgeschöpfen das Leben zur Hölle machen.

Stärkung der Immunkräfte

In mehrerlei Hinsicht hängt dieser Themenkomplex mit der Frage nach den menschlichen Immunkräften zusammen. Zunächst mal wären die Menschen schlichtweg gesünder und abwehrfähiger, wenn sie sich gesund, also maßvoll, vegan, vitalstoffreich und vollwertig ernähren würden. (Gibt es eigentlich schon Studien, die den Zusammenhang von Covid-19-Verläufen und der Ernährungsweise der Patienten untersucht haben? Würde mich sehr interessieren.) Zudem wäre die menschliche Immunabwehr leistungsfähiger, würde sie durch die gegenwärtigen Lebensbedingungen nicht permanent unter Stress gestellt: Luftverschmutzung, Feinstaub, Hitzestress, Komprimierung in urbanen Umwelten, Termindruck, technisch-mediale Reizüberflutung schwächen das System und erleichtern Viren ihren Job. Dazu kommt mangelndes Training des Immunsystems durch Kindheiten in denaturierten, überhygienischen Lebensräumen. Bauernhofkinder, die in natürlich „verdreckten“ Umgebungen, inmitten von Tieren und Pflanzen heranwachsen, in Wald und Feld spielen, in Staub und Schlamm, werden als Erwachsene widerstandsfähiger sein als die Computerkids in den Beton-Glas-Plastik-Metropolen, die von Mama zwanzigmal am Tag sagrotanisiert werden. Die müssen dann später tatsächlich mit Masken und Handschuhen durchs Leben laufen, weil der kleinste Virus sie umpustet.

Die Stärkung der Immunkräfte der Bevölkerung wäre mal eine echte Aufgabe für eine Gesundheitspolitik, die nach vorn blickt, statt autogene Krisen zu managen. Ich schätze aber, keine Regierung wird sich an ein solches Großprojekt herantrauen, weil es für den nazizentrierten Zeitgeist bestimmt irgendwie nach Volksgesundheit, Ertüchtigung, Wehrfähigkeit, Kraft durch Freude und dergleichen riecht. Gesundheit und Natürlichkeit sind meiner Wahrnehmung nach gerade dabei, auf wunderlich verworrene Weise zu „rechten Themen“ zu werden.

Gerade deshalb ist es gut, wenn jemand wie Andreas Michalsen, ein besonnener, entspannter und politisch völlig unverdächtiger Arzt, das Thema populär macht und Menschen erreicht, die mit alternativen Medien und Regierungskritik absolut nichts am Hut haben. Die Vorstellung, dass sie selbst etwas zur Stärkung ihrer Immunkräfte tun können und nicht auf „Zaubermittel“ (Impfung) von außen warten müssen, um dem Virus zu trotzen, ist den meisten Corona-Hysterikern wahrscheinlich sehr fremd, aber vielleicht kommt der eine oder die andere ja mal ins Nachdenken.

Wie auch immer. Ich fürchte, selbst wenn 83 Millionen Deutsche den vorliegenden Text wohlwollend läsen oder sich Michalsens Buch kauften und wir bald eine optimal abwehrkräftige Bevölkerung hätten, würden die derzeitigen Panikpolitiker weiter verfahren wie bisher, da ja mithilfe entsprechender Tests auch in der gesündesten Population stets ausreichende Mengen an Virusfragmenten zu finden sein werden. So wünschenswert es wäre, der „Pandemie“ die Ausbreitung zu erschweren, indem man ihr starke Immunsysteme entgegenstellt – in allererster Linie müssen wir wohl die politischen und medialen „Psychosen“ irgendwie kurieren. Und hier sehe ich weiterhin vollkommen schwarz.

Kein Welttherapeut wird von außen eingreifen

Das Problem bei allen derzeitigen Überlegungen, die mit der Vernunft der Menschen, mit einem allgemeinen Interesse an Argumenten, mit dem Willen zur Erkenntnis, dem Mut zum Denken, der Offenheit für alternative Ansätze rechnen, ist, dass solches Rechnen an der Realität komplett vorbeigeht.

Denn die Realität – das wird von Tag zu Tag deutlicher – sieht nun mal so aus, dass sich die Welt in einem Wahnzustand befindet. 

Kollektive Wahnsysteme sind nichts Neues in der Geschichte. Sie können bekanntlich sehr lange persistieren, wenn ihre Träger sich abzuschotten verstehen gegen korrigierende Kritik von außen und über die Jahre ihre eigene, kaum noch der Vernunft zugängliche „Logik“ etablieren. Hitlerdeutschland, Nordkorea, Südafrika etc.

In der Regel verhielt es sich bislang immer so, dass um das Wahnkollektiv herum eine Weltgesellschaft von halbwegs Gesunden und zivilisierten Vernunftmenschen verblieb, die die Durchgedrehten früher oder später durch militärische, diplomatische, sanktionierende, boykottierende Interventionen zur Räson brachten. Anders aber als zu Zeiten Hitlerdeutschlands gibt es heute keine Instanz außerhalb des Wahns. Es gibt keine Alliierten, keine Amerikaner und Engländer, die sich den bösartigen Schwachsinn von außen ansehen und irgendwann eingreifen, um dem Spuk ein Ende zu bereiten.

Die Welt ist im Wahn, und niemand, kein Weltpolizist und kein Welttherapeut, wird von außen eingreifen. Auch nicht die Schweden. Die einzige höhere Instanz, die vielleicht irgendwann post festum unter ungläubigem Kopfschütteln eine Diagnose stellen wird, ist die Geschichtswissenschaft, Abteilung Mentalitätsgeschichte. Aber das wird dauern, und wahrscheinlich wird dann niemand mehr da sein, den man zur Rechenschaft ziehen könnte. Etwas wie einen „Nürnberger Prozess“ oder wenigstens eine „Nürnberger Therapie“ werden wir in näherer Zukunft nicht sehen, da bin ich relativ sicher.

Es scheint derzeit schwer vorstellbar, dass die wenigen Corona-Realisten die Mehrheit der Corona-Paranoiker wieder in die wirkliche Wirklichkeit zurückholen könnten. Das Verhältnis beträgt meiner Schätzung nach immer noch etwa 10 zu 90.

Was die Paranoiker immunologisch gesehen perfekt beherrschen, ist, nun ja, eben die typisch paranoische Immunisierung gegen alles, was so ein Wahngebäude ins Wanken bringen könnte. Im Bekannten- und Verwandtenkreis sagen sie mittlerweile ganz offen, dass sie nicht mehr reden wollen, dass sie keine Studien lesen wollen, keine RKI-Wochenberichte, keine wissenschaftlichen Thesenpapiere, Aufsätze, Artikel zur Kenntnis nehmen wollen, keine kritischen Podcasts hören oder Videos ansehen wollen. Das Desinteresse an produktiver, erkenntnisfördernder Irritation ist bis zum feindseligen Starrsinn eskaliert.

Allein schon die hypothetische Grundannahme, dass „Corona“ ein Aufmerksamkeits-Phänomen sein könnte, dass man also ohne die Testerei und den medialen Alarmismus kaum mehr bemerken würde als eine mittelschwere saisonale Krankheitswelle mit den typischen punktuellen Engpässen und Überlastungen des Gesundheitssystems (so wie jedes Jahr, man kann es nicht oft genug sagen) und einer je nach Land oder Region leichten Übersterblichkeit*, nur diese Denkmöglichkeit schon wird als bösartige Zumutung wahrgenommen. Und bis zum Argumentieren kommt man dann gar nicht mehr. Die Patienten halten sich die Ohren zu, bis man entnervt aufgibt. Alle halten sich die Ohren zu, die Politiker in Bund, Land und Kommunen, die Ministerpräsidenten, die Bundesregierenden, die Verantwortlichen in Verwaltungen, Behörden, Institutionen, in Schulen, Supermärkten, Verkehrsunternehmen, Vereinen, Kirchen, vor allem aber natürlich die Machthaber in den Medien, die Redakteure der Öffentlich-Rechtlichen bis hinunter zu den Stadtteilmagazinen, die Radiodiskutanten, die Talkshowschwätzer, alle immunisieren sich, indem sie erst gar keinen zu Wort kommen lassen, der ihre Fantasy-Faktizitäten irgendwie durcheinanderbringen könnte.

Es hat, nur fürs Protokoll, noch immer in keiner maßgeblichen Talkshow des deutschen Fernsehens irgendein Corona-Realist gesessen und mit einem Corona-Paniker diskutiert. Der extremste Abweichler, der Zugang zur offiziellen Öffentlichkeit bekommt, ist immer noch der besonnene, aber bedauernswert handzahme Hendrik Streeck.

Ich träume von dem Tag, an dem der argumentativ höchst beeindruckende Paul Brandenburg bei Markus Lanz sitzt und dem gesundheitspolitischen Leierkasten der SPD ein bisschen die Luft rauslässt. Träum weiter, sagt meine Frau. Und hat wie immer recht.

 

* „Ja, aber die Intensivstationen! Aber die Krankenhäuser! Aber die Bilder aus Italien! Aber die Triage! Aber die Zahlen! Aber das exponentielle Wachstum! Wir kommen doch nur deshalb so gut durch die Krise, weil die Kanzlerin und ihre weisen Berater, eingegriffen haben. Es sind nur deshalb so verhältnismäßig wenige gestorben, weil wir all die Maßnahmen ergriffen haben. Sonst wären Hunderttausende oder Millionen gestorben! Und in Schweden fallen die Leute doch jetzt auch schon um wie die Fliegen!“ (Sagen mir wirklich manche Leute, gebildete Leute.)
Da ich mich nicht dafür zuständig fühle, Fakten und Gedankengänge aufzubereiten, die andere schon sehr kompetent zur Darstellung gebracht haben, sage ich dazu nur: Hört auf, ARD, ZDF und NTV zu gucken, und bemüht euch um echte Informationen. Das kostet viel Zeit und gedankliche Mühe, lohnt sich aber.
Fangt zum Beispiel hiermit an:
https://www.achgut.com/artikel/corona_laut_rki_unterhalb_des_radars
Und guckt regelmäßig hier in die Empfehlungen: https://multipolar-magazin.de/
Und guckt euch diese sehr gute Arte-Doku an:
https://www.arte.tv/de/videos/098118-000-A/corona-sicherheit-kontra-freiheit/
Und dann lest noch das hier:
https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/a-1174-6591
Und dann geht raus an die frische Luft, und stärkt eure Abwehrkräfte.

 

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© Marcus J. Ludwig 2020.
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